Opa Oskars Kinder-Spielhaus

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Die Rohbauphase

Bereits nach wenigen Tagen muss die Oma staunen, als sie Opas Werkstatt betritt. „Annerl! Schau her, ich hab‘ eine Überraschung für die Kinder eingebaut. Was meinst du, wie sie sich freuen, wenn sie das entdecken!” Opa Oskars Augen leuchten, wie es die seiner Enkel tun werden. Er stolpert etwas orientierungslos über Schnittreste und am Boden liegen gelassenes Werkzeug.

„Ach, wo ist denn jetzt die Handsäge?“, murmelt er in Gedanken vertieft. Rundherum herrscht zwar ein Durcheinander, doch die Oma sieht, dass das Projekt schon weit vorangeschritten ist. Einzelne Beuelemente sind an Wänden und Tischen angelehnt. Das Spielhaus für die Kinder hat nach einer detailreichen Planung nun die Rohbauphase erreicht. Unter einer Kartonschachtel entdeckt sie die Handsäge, hebt sie auf und reicht sie dem Opa. Er nimmt die Handsäge freudig entgegen und legt sie sogleich wieder auf die Seite. Jetzt muss er erstmal seine Meisterleistung vorführen und erklären.

Die Überraschung

Die Bodenplatte des Spielhauses enthält nämlich einen Geheimeingang. Er demonstriert wie sich der eingebaute Deckel öffnen und schließen lässt. Dazu hat er einen einfachen Holzdeckel gebaut und mit Scharnieren an der Bodenplatte befestigt. Damit sich die Kinder beim Öffnen die Hände nicht einzwicken, hat er das Ganze mit Klappstützen gesichert. Während er weiter erzählt, drückt er Oma Annerl eine Seitenwand in die Hände. Sie soll genau da stehen bleiben und sich nicht bewegen. Dann beginnt er die Wand abzumessen und kritzelt einige Kennzeichen darauf. Als die Oma endlich zu Wort kommt fragt sie: „Oskar, aber wohin soll denn dieser Geheimgang führen? Du wolltest das Spielhaus doch auf den Hügel bauen.”

Da erhellt sich das Gesicht vom Opa. Auf diesen Moment hat er schon gewartet. Er berichtet über seine sensationelle Idee. Ganz durch Zufall hat er vor Kurzem einen Bericht über einen neuen Spielplatz gelesen. Dort hatte man in einen Erdhügel ein Betonrohr eingebaut. Dieses diente den Kindern zum Durchkriechen oder Verstecken. Die Idee hat ihm so gut gefallen, dass er nach kurzer Internetrecherche auch fündig wurde. Dass ihm der Nachbarjunge dabei geholfen hat, erwähnte er an dieser Stelle nicht. Sie sind auf einen Anbieter gestoßen, der geeignete Kriechrohre für Spielplätze baut. Kurzerhand wurde es bestellt und da war es nun. „Tadaaaa“, der Opa zieht an einem alten Laken und das Kriechrohr kommt zum Vorschein. Im Chaos war das der Oma ganz entgangen.

Alles fast nach Plan

Sie möchte ihn gerade für seine Arbeit loben. Das muss man ihm dieses Mal wirklich anerkennen. Von der Vorbereitung bis zur Umsetzung hat alles prima geklappt. Doch dann hört sie ihn wieder vor sich brummen: „Wo ist denn schon wieder der Schraubenschlüssel?” Da fällt der Oma nur noch der Spruch ein: „Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete” und sie ergänzt „Ordnung die andere Hälfte.”